Förderprojekt „Rotkopfschaf (Rouge du Roussilon)“


 

-   Informationen zum Projekt   -

vom 1.Juni 2007

 

Auf Beschluss der Mitglieder anlässlich der Jahreshauptversammlung der GENUVI e.V. am 28.04.2007 beteiligt sich unsere Gesellschaft am „Forschungsprojekt Rouge du Roussillon“ , um diese international als gefährdet eingestufte Schafrasse aus Südfrankreich zu erhalten, die letztlich in Deutschland mit ihrem wesentlichen Genpool gerettet wurde .

 

Auf einem Züchtertreffen der Rotkopfschafhalter im Tiergarten Nürnberg im September 2005 wurde starkes Interesse an der Erhaltung dieser Schafrasse bekundet, was letztlich wegen vieler wichtiger Fragestellungen und diverser Veröffentlichungen über diese Rasse in Zeitschriften zur Vergabe einer Doktorarbeit geführt hat. Aufgrund der Nachbereitung des Treffens wurde am 31.12.2006 ein aktueller

Zuchttierbestand von 10,50 Tieren recherchiert.. Im Jahr 2007 nun läuft die Doktorarbeit am Institut für Tierzucht und Haustiergenetik der Justus-Liebig-Universität Gießen an, um diese Rasse genetisch zu charakterisieren und ein Zuchtprogramm zu erstellen.

Diese Forschungsarbeit wird aufgrund der Zusammenarbeit des Tiergartens Nürnberg und der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.) mit der Universität Gießen durchgeführt   -   nun auch mit finanzieller Unterstützung durch GENUVI e.V.   !

 

Auf einem zweiten Züchtertreffen am 16.09.06 wurde die gemeinsame zukünftige Vorgehensweise auch mit Frankreich erörtert, wo auch noch eine nicht genau definierte Anzahl Rotkopfschafe existiert.

 

Herkunft , Verbreitung und Merkmale der Rouge du Roussillon:

Die Rotkopfschafe oder Rouge du Roussillon stammen aus den französischen Pyrenäen und gehören zur Gruppe der Fuchsschafe. Ihre Wolle ist dünn mit hängendem , spiralig gewelltem Stapel. Das Vlies ist gelblich mit starkem Wollfettanteil, der Schwanz lang und dünn. Diese Schafe gehören zu den Wanderschafen, die im Frühling zusammen mit anderen Schafrassen aus den Niederungen von Arles und aus dem Rhone-Delta nach den Alpen getrieben wurden, die Frankreich von Italien trennen.

 

Merkmale:

Kopf und Bene können vollständig rötlichbraun sein. Die Ohren hängen leicht nach vorne. Das Rotkopfschaf ist besonders robust und leistungsfähig bei hohen Temperaturen (40 °C), aber auch bei kalter Witterung und kargem Futterangebot. In unserem Klima völlig winterhart bei ganzjähriger Freilandhaltung. Im Ursprungsgebiet wurden die Rouge du Roussillon gemolken und Weichkäse hergestellt. Der Verkauf von Fleisch machte 95 % aus.

                                                  

Nach TANJA DAHLEM, einer der Erhaltungszüchterinnen dieser Rasse in Deutschland, werden Lämmer bei einem Gewicht von 27 – 28 kg geschlachtet.

 

Wie kamen die Rotkopfschafe nach Deutschland ?

 

  • Mitglieder der „Europäischen Pioniersiedlungen e.V.“ hatten um 1975 verlassene Bergbauern_Höfe übernommen, um die schaffrei gewordenen Bergweiden vor Verbuschung und Erosion zu bewahren.
  • Im Sommer 1979 wurde die letzte größere Herde des alten Bergbauern Marty Sauveur verkauft und war bereits auf dem Weg zum Schlachthof von Perpignan.
  • An der Rettungsaktion der „Pioniere“ nahmen auch interessierte Personen aus Bayern, Baden, Hessen , Österreich und Frankreich teil.
  • Nach wenigen Tagen wurde die Schlachtherde aufgekauft.
  • 1981 wurden die für den Tiergarten Nürnberg bestimmten Schafe auf dessen Gutsbetrieb Mittelbüg überführt.
  • Die aus 12 Mutterlinien herleitende Kleinherde wurde durch strenge Selektion der Nachzucht zum derzeitigen Bestand gebracht.
  • Ein besonderes Anliegen des Tiergarten Nürnberg ist es, eines Tages einen Zuchtstamm in dessen ursprüngliche Heimat zurückführen zu können.
  • Die 12 Mutterlinien und ihre Nachzucht wurden tabellarisch nachgewiesen in einer kleinen Monographie des Berichterstatters , die als Sonderheft der Zeitschrift „Tiergarten aktuell“ 1994 erschienen ist.
  • Bestand 1999: 5 männliche und 38 weibliche eingetragene Zuchttiere !
  • Die Tierparks und Privat-Züchter, die Rotkopfschafe halten oder halten wollen, haben die Absicht, einen Zuchtring für diese wertvolle Landschlagrasse zu gründen.

 

Rassebetreuerin für die Rouge du Roussillon:

Dr. Katrin Baumgartner, Am Tiergarten 30, 90480 Nürnberg; Tel: 0911-54546

 

Schafkoordinator der GEH:

Henrik Wagner, Saarlouiser Str. 54 , 66346 Püttlingen; Tel.: 06806-920662 oder 0171-14705926806-920662

 

(der Bericht wurde in Teilen entnommen der Veröffentlichung von Tanja Dahlem in der

Zeitschrift „Arche Nova“, Heft 3/2006) 

 

Gez.: Dr. Jürgen Güntherschulze

1. Vorsitzender von GENUVI e.V.